Manga Augen zeichnen

Wie du mit kleinen Änderungen Emotionen ausdrücken kannst

Die Augen sind ein wichtiger Teil deiner Illustrationen. Durch sie kannst du Emotionen ausdrücken und dem Gesamtbild das gewisse Etwas verleihen. Jessica Hohl erklärt dir Schritt-für-Schritt wie du Manga Augen zeichnen kannst und hat dir noch einige Variationen als Inspiration mitgebracht.


Diese Materialien brauchst du für ein Manga Auge:


Schritt 1: Die grobe Skizze

Jedes Bild fängt bei mir mit einer groben Idee an, die ich vorzugsweise mit einem HB-Bleistift in der Stärke 0,5 mm festhalte. Für ein Auge fange ich dabei mit dem oberen Augenlid an und arbeite mich dann weiter vor, bis ich die grobe Form eines Auges vor mir habe. Manga-Augen sind häufig sehr groß, um starke Emotionen zu vermitteln, man kann sie aber komplett nach Belieben auch kleiner oder schmaler zeichnen.

Tipp: Probiert aus, welche Bleistifthärte euch am besten zusagt. Bei mir ist es HB, der „Normie“ unter den Bleistiften. Aber manche Künstler mögen härtere (H) oder weichere (B) Bleistifte lieber. Probiert euch also durch!

Schritt 2: Die detaillierte Skizze

Sobald die grobe Form gegeben ist, könnt ihr das Auge mit Details lebendiger machen. Dazu gehören zum Beispiel Wimpern oder Details im Inneren des Auges, wie die Pupille und Schatten. Auch hier ist es euch selbst überlassen, wie viele Details ihr hinzufügt und was ihr persönlich am schönsten findet. Ich lasse zum Beispiel das Innere der Pupille heller, damit ich später Lichtreflexionen mit Farbe darstellen kann.

Schritt 3: Lineart

Wenn ihr mit eurer Skizze zufrieden seid, könnt ihr sie mit einem schwarzen (oder bunten!) Fineliner nachziehen. Wenn ihr alles ordentlich nachgezogen und trocknen lassen habt, radiert ihr einfach die Bleistiftreste weg und fertig ist euer Lineart. Am besten eignet sich übrigens ein weißer Radiergummi, wie der MONO plastic eraser, da er besonders schonend fürs Papier ist und die Pigmente des Fineliners nicht so stark entfernt, wie zum Beispiel rote Radiergummis.

Wichtig: Der Fineliner sollte wasserfest sein und ihr solltet ihn vorher in Kombination mit den Alkoholmarkern und dem Bristol Paper getestet haben, damit ihr euer schönes Auge nicht sofort verwischt!

Schritt 4: Kolorierung

Der meiner Meinung nach spaßigstem Teil beim Zeichnen ist das Kolorieren, denn hier kommt endlich mehr Farbe ins Spiel! Bei diesem Beispiel habe ich mich für eine blaue Augenfarbe entschieden, aber ihr könnt natürlich die Farben nehmen, die euch persönlich am besten gefallen.

Ich benutze für die Grundierung der Iris den ABT PRO Marker 502 und male erst einmal alles gleichmäßig aus. Mit demselben Marker setze ich dann Schatten, denn mit Alkoholmarkern kann man super einfach auch mit einem einzigen Marker schon einen Kontrast schaffen. Du kannst die Farbe Schicht für Schicht in mehreren Lagen auftragen, sodass du einen intensiveren Farbton erhältst. Für mehr Tiefe füge ich mit dem ABT PRO 476 Schatten hinzu. Generell ist der obere Teil des Auges dunkler, weil die Wimpern und das obere Augenlid einen Schatten werfen. Wie viel Kontrast ihr hinzufügen wollt, ist euch selbst überlassen – ich benutze an einigen Stellen noch die Farbe 539 für einen stärkeren Effekt.

Tipp: Für weiche Übergänge der Farben eignet sich die Blendmethode. Dazu wird erst mit der hellen Farbe schattiert, dann der dunkle Part im Schatten hinzugefügt und dann direkt wieder mit der hellen Farbe drüber geblendet. Das erfordert etwas Übung, ist aber sehr hilfreich. Zur Hilfe kann man auch noch einen farblosen Blender PN00 benutzen. Damit malt man einfach über die Stelle, die man weicher haben möchte und erhält so einen weichen Übergang.

Um das Auge herum benutze ich noch P910, P881 und P772 für die Hautfarbe. Dann vertiefe ich die Wimpernfarbe und die Augenbrauen mit P848.

Schritt 5: Highlights

Um die Augen richtig schön leuchten zu lassen, kann man zusätzlich mit einem weißen Gelstift, Tusche oder Acrylfarbe noch Lichtreflexe setzen. Dieser Schritt ist optional, da man die Stellen auch einfach von Anfang an weiß lassen kann, wenn man möchte.

Zum Schluss lässt sich nur noch sagen: Sei kreativ und hab Spaß beim Herumprobieren mit verschiedenen Farben und Formen! Nicht alle Augen sehen gleich aus und besonders bei Manga-Augen sind der Einfallslust keine Grenzen gesetzt.

Probiere es gleich selbst aus und teile dein Manga-Bild unter #tombowinspiration mit der Tombow Familie.


Über den Autor

eclairJess

- Jessica Hohl

Die 25-jährige Kreativtherapeutin und Illustratorin war schon als Kind von Anime und Manga verzaubert und fing mit 12 Jahren selbst an, eigene Figuren zu zeichnen und Geschichten zu entwickeln. Heutzutage inspiriert und motiviert sie ihre Zuschauer auf YouTube durch Timelapse-Videos und zeigt mit Tutorials Tipps und Tricks rund ums Mangazeichnen.
Die Devise dabei: Jeder kann zeichnen lernen, egal ob jung oder alt. In jedem Menschen steckt ein Künstler!


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